GESCHICHTE DES AXIAL SCX10 GEN I - III SCALER
1. Axial SCX10 Gen 1 (ca. 2008) – Die Geburtsstunde des Scalers
Vor der Einführung des SCX10 bauten Modellsportler ihre Crawler meist aus Wettbewerbs-Chassis (wie dem AX10 Scorpion) oder Starrachsen-Monstertrucks mühsam eigenhändig um. 2008 brachte Axial mit dem SCX10 (unter anderem als Dingo oder Honcho) eine Plattform auf den Markt, die von Grund auf für Scale-Look und Trial-Funktion konzipiert war.
- Rahmen & Chassis: Ein C-Profil-Leiterträgerrahmen aus Stahl, der echten Geländewagen nachempfunden war.
- Achsen & Antrieb: Die legendären AX10-Achsen (oft als "Pumpkin"-Achsen bezeichnet). Sie wiesen zwar ein relativ großes Gehäuse auf, waren aber unzerstörbar. Das Getriebe besaß ein einfaches Dreier-Zahnrad-Layout mitten im Chassis.
- Fahrverhalten: Absolut solide Grundleistung im Gelände, allerdings ausgeprägter Torque Twist (Verwinden des Chassis unter Last durch die Drehmomentkräfte des zentralen Kardanantriebs).
- Bedeutung: Das Modell begründete den weltweiten Boom für maßstabsgetreue RC-Geländewagen und bot eine schier unendliche Basis für Zubehör und Tuning.
2. Axial SCX10 II (ca. 2016) – Präzision und Geometrie-Optimierung
Nach acht erfolgreichen Jahren benötigte die Plattform eine Überarbeitung, da Konkurrenten technisch nachzogen. Im Mai 2016 stellte Axial den SCX10 II vor (Debüt mit dem Jeep Cherokee Kit). Der Fokus lag auf drastischer Verbesserung der Geländegängigkeit und Verringerung des Maßstabs.
- AR44-Achsen: Das Herzstück der zweiten Generation. Die Differentialgehäuse wurden deutlich verkleinert (mehr Bodenfreiheit unter den Achsen). Zudem nutzte Axial Hypoid-Zahnräder mit optimiertem Eingriffswinkel (High Pinion), was den Lenkeinschlag auf bis zu 45 Grad erweiterte und den Knickwinkel der Kardanwellen verringerte.
- Getriebe-Konzept: Neues LC-X Getriebe mit variablen Montagemöglichkeiten und realistischerer Übersetzung, die den Torque Twist drastisch reduzierte.
- Lenkgeometrie: Das Lenkservo wanderte fest auf den Rahmen (CMS – Chassis Mounted Servo), kombiniert mit einem Panhardstab für vorbildgetreues Einlenken ohne Bump Steer.
Bedeutung: Der SCX10 II definierte die Fahrphysik neu und gilt bis heute als extrem performante, robust-einfache Basis für Trail-Rigs und Custom-Aufbauten.
3. Axial SCX10 III (ab März 2020) – Maximale Scale-Details & Funktion
Mit dem Release des SCX10 III (zunächst im März 2020 als Jeep Wrangler Rubicon) ging Axial den Schritt in Richtung absoluter Detailtreue und moderner Getriebetechnik.
- Portalachsen (AR45P): Standardmäßig wuchs die Bodenfreiheit unter den Achsgehäusen nochmals spürbar an, da die Untersetzung direkt am Radnabengetriebe erfolgt. (Spätere Modellvarianten wie der Base Camp erhielten alternativ wieder Standard-Starrachsen für pure Trial-Performance).
- Motor- & Getriebelayout: Der Motor sitzt wie im echten Fahrzeug vorne unter einer maßstabsgetreuen V8-Motorattrappe. Dahinter arbeitet ein modulares Verteilergetriebe.
- Zusatzfunktionen:
- DIG-Funktion: Sperrt per Servoverstellung die Hinterachse komplett, sodass der Wagen über die eingelenkten Vorderräder auf engstem Raum gewendet werden kann.
- 2-Gang-Schaltgetriebe: Ermöglicht den Wechsel zwischen feinfühligem Kriechen im Fels und zügigerer Fahrt auf Verbindungsetappen.
- Chassis & Karosserie: Neuer Rahmen mit integrierten Innenkotflügeln, Akku-Aufnahmen für Standard- oder Shorty-Akkus und verdeckter Karosseriebefestigung ohne störende Karosserieklammern.
Technischer Vergleich der Generationen
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Entwicklungstrend im Rückblick
- Die Version 1 bot unkomplizierte, unverwüstliche Technik, litt aber unter großem Wendekreis und sichtbarem Chassis-Verwinden bei großer Last.
- Die Version 2 lieferte das technische Optimum für rein funktional ausgerichtete Performance-Fahrzeuge: hervorragende Achsgeometrie, maximaler Lenkwinkel und absolute Wartungsfreundlichkeit.
- Die Version 3 führt Schauwerte und Funktionalität zusammen: Integrierte Attrappen, Portalachsen und Schaltoptionen ab Werk sprechen Modellbauer an, die ein realistisches Scaler-Erlebnis suchen.






